Ein Arbeitsplatz wie in einer Kunst-Ausstellung ©PID/Fürthner

Coworking Space: LOFFICE

Gründen in Wien: Im zweiten Teil unserer vierteiligen GründerInnen-Serie stellen wir LOFFICE vor, wo Raum zur Kunst wird.

An der Wand hängt prominent ein Foto mit einem Mann bei der Jause. Das Bild nimmt den ganzen Raum ein und ist beim Betreten des Büros ein Blickfang. Der Protagonist, dem seine Brusthaare aus dem Unterhemd quellen, streicht sein Brot, während ihn eine alte Frau, vielleicht seine Mutter, beobachtet. Davor stehen eine knallrote Couch, Mülltrennungsbehälter aus gebrauchten Transparenten, alte Tischplatten veredelt und neu inszeniert, Schaufensterpuppen mit alten Forint bestückt, ein neu überzogenes, aber rund 100 Jahre altes Sofa, Bilder und Fotos von jungen Künstlerinnen und Künstlern. Eine Einrichtung wie bei einer Ausstellung im Museum für moderne Kunst. Und trotzdem mitten in einem Büro? Ja, so gesehen im hier vorgestellten Coworking Space LOFFICE.

Zwei Frauen an einem Tisch.
Unkonventionelle Ideen werden in den inspirierenden Räumlichkeiten gesponnen.

Die Gründerinnen und Gründer von LOFFICE kommen aus Ungarn, wo sie auch einen Partner-Hub betreiben. Auch der dortige Coworking-Space glänzt mit unkonventionellen Ideen und kreativen Herangehensweisen an alltägliche Dinge. So wird beispielsweise zum Heizen kein Gas verwendet, sondern mittels Wasserpumpen Donauwasser genutzt. Nachdem das in der Dependance im 7. Wiener Gemeindebezirk nicht möglich ist, entschied man sich, dem umweltbewussten Gedanken folgend, rund 80 Prozent der Einrichtung mit Recyclingprodukten zu bestücken. Damit es in das Konzept hineinpasst, wurden Möbel für 350 Quadratmeter Coworking-Space auf zwei Stockwerken von Künstlerinnen und Künstlern designt und die Materialien bewusst einer neuen Funktion zugeführt.

Start-ups, GründerInnen und Unternehmen an einem Ort

Ein Mann steht in einem bunten Büro vor einem Computertisch.
In Wien hat sich in den vergangenen Jahren eine rege Gründerinnen- und Gründer-Szene entwickelt.

Wien ist kreativ. Junge Menschen haben Ideen und wollen diese umsetzen. In den vergangenen Jahren hat sich daraus die „GründerInnen“-Szene entwickelt, die vom Austausch untereinander lebt. Das ist auch bei LOFFICE so. Jedoch sind rund 40 Prozent mittlerweile keine Start-ups mehr, sondern bereits etablierte Unternehmen. In dem Loft steht „sharing economy“ trotzdem über allem. Vom gemeinsamen Drucker und der Möglichkeit, das Büroserviceangebot zu nutzen, über Netzwerkveranstaltungen bis hin zum Angebot von Steuer- und Rechtsberatung und Workshops ist hier alles vorhanden.

Ein Besprechungsraum mit Flipchart. Am Tisch sitzen mehrere Personen und diskutieren miteinander.
Unterschiedlichste Menschen aus unterschiedlichsten Branchen treffen aufeinander und arbeiten kreativ zusammen.

Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Werbung, Recht und Consulting finden hier ihren Platz. Aber auch Unternehmerinnen und Unternehmer aus der PR-, Textil- und IT-Branche sorgen für Vielfalt. Sogar ein Osteopathieverein hat hier seine Räumlichkeiten. Die Diversität macht sich bei LOFFICE aber auch anders bemerkbar. Neben Österreicherinnen und Österreichern, Deutschen und Schweizerinnen und Schweizern sind einige der Mieterinnen und Mieter aus Ungarn. Das Coworking-Space-Cluster bemüht sich hier bewusst um die Rolle des Brückenbauers, der unter anderem Ungarn und Wien miteinander verbindet. Dadurch konnten auch bereits neue Investorinnen und Investoren aus dem Start-up-Bereich in die österreichische Bundeshauptstadt gebracht werden.  

Vereinbarkeit von Ideen

Über dem Büro-Loft schwingt der Geist des Miteinanders. Warum also nicht auch Selbstständigkeit und Familie in Einklang bringen? Dieser Frage geht das Team schon seit einiger Zeit nach und möchte seinen Beitrag leisten, um in Zukunft das sogenannte „CoworKid“ möglich zu machen. Hierbei geht es darum, einen Betriebskindergarten eigens für die LOFFICE-Szene im gleichen Haus zu schaffen. Ein spannendes Projekt, das noch mehr Leben in die bunten Räume bringen könnte.

LOFFICE ist darauf spezialisiert, Frauen den Austausch untereinander zu ermöglichen. Dem kommt auch der Expertinnen-Talk am 10. Oktober nach und möchte seinen Beitrag leisten, um veralteten Rollenbildern von Mann und Frau entgegenzutreten. Aber auch um Aufklärungsarbeit aus wirtschaftlicher Perspektive zu leisten, damit die Ungewissheit über den geschäftlichen Erfolg nicht zum Zögern bei Gründerinnen führt.

Gründen in Wien am 10. Oktober

Die Wirtschaftsagentur Wien hat heuer den 10. Oktober zum „Tag des Gründens in Wien“ ausgerufen. Eine Vielzahl von Veranstaltungen soll dazu führen, die Start-up-Szene Wiens sichtbar zu machen. Von geführten Grätzeltouren bis hin zu Workshops und Vorträgen, wird es ein breites Angebot geben. Nähere Informationen unter www.gruendeninwien.at.

Glossar: Wussten Sie schon dass, ...

Crowdfunding: Das bedeutet die Finanzierung durch eine Personengruppe, die bereit ist, eine Idee zu unterstützen. Crowdfunding ist eine gute Möglichkeit für Gründerinnen und Gründer, Kapital für die Realisierung ihrer Ideen zu sammeln, indem sie andere von der Idee überzeugen.

Crowdinvesting: So nennt man die Finanzierung von Start-ups durch viele einzelne Geldgeberinnen und Geldgeber. Im Gegenzug halten Personen oder kleinere Gruppen Anteile an dem jeweiligen jungen Unternehmen.

Venture Capital: Darunter versteht man ein Wagnis- oder Risikokapital, das als Beteiligung in als riskant geltende Unternehmen investiert wird.