• Bei ART for ART wird an vielen Wiener Produktionen gearbeitet. Mit unserer Bildergalerie können Sie einen kleinen Rundgang durch das Gelände machen. Alle Fotos: ©PID/Christian Fürthner
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Wo Visionen Wahrheit werden

Entdecken Sie mit unserer Serie stadtUNbekannt die ART for ART-Anlage im Wiener Arsenal. Ein Besuch hier ist, als würde man in das tiefste Innenleben einer Theaterproduktion eintauchen.

Jubel brandet auf. Nach jedem Theaterstück werden die Schauspielerinnen und Schauspieler frenetisch gefeiert. Bis zur kleinsten Nebenrolle darf sich jede und jeder verneigen. Gleiches gilt für die Regisseurin oder den Regisseur. In der Oper kommt da noch das Orchester dazu. Doch für einen großen Teil der Magie auf der Bühne sind die Bühnendekorateurinnen und Bühnendekorateure verantwortlich. Sie sorgen dafür, dass aus den Träumen von Autorinnen und Autoren, Theatermacherinnen und Theatermachern Realität wird.

Video: stadtUNbekannt - Art for Art

In Wien ist die ART for ART Theaterservice GmbH der größte Anbieter des Fachs. Sie machen ihr Handwerk zur Kunstform. stadtUNbekannt konnte sich an einem Ort umsehen, zu dem Theaterfans eigentlich keinen Zutritt haben: den Dekorationswerkstätten im Arsenal. Hier werkt man an vielen Produktionen für die Wiener Bühnen. Unter anderem ist man ein langjähriger Partner der Vereinigten Bühnen Wiens für die aktuell an einem ganz wichtigen Projekt gearbeitet wird: einer Musical-Weltpremiere. Doch dazu später mehr.

Die Dekorationswerkstätten von ART for ART befinden sich im Wiener Arsenal. Hier befinden sich Tischlereien, Malereien, Schlossereien, Bildhauereien sowie eigene Waffenwerkstätten. Im Hintergrund ist der Funkturm von A1 zu sehen.

Kunst macht hungrig

Im Arsenal hat man den idealen Standort gefunden. Malerisch gelegen und inmitten historischer Gemäuer geht man der eigenen Kreativität nach. Vor allem ist das Objekt 19, nach diesem Schema sind Gebäude im Arsenal nummeriert, aber eines: groß. Die Werkstätte zählt mit 15.000 Quadratmetern zu den größten in Europa. Das würde man von außen nicht vermuten. Hinter einer verschlafenen Schranke und einem Parkplatz erstreckt sich rechter Hand ein Büroteil, während geradeaus schon die großen Hallen ersichtlich sind. Eine Tafel, ausgehängt von der betriebsinternen Kantine, wirbt mit Pasta und Kotelett. Vor den Hallen biegt der Hof nach links ab und man sieht den größeren Teil des Parkplatzes, auf dem große Firmen-Lkws auf die künstlerische Fracht warten.

In dieser Halle wird an größeren Installationen gearbeitet. Die Arbeiterinnen und Arbeiter werken hier an Dekorationen für Opernproduktionen, darunter "Aida".

Theaterbau auf Hochtour

Große Lastwägen braucht es auch, denn die Bühnenproduktionen, die hier gestaltet werden, können schon einmal riesige Ausmaße annehmen. Für Festspiele zum Beispiel werden regelmäßig Großprojekte angegangen. Dass etwa Statuen mehrere Meter an Höhe aufweisen, ist alles andere als eine Seltenheit. Die größten haben schon mal über 20 Meter. Sie werden in ihren Einzelteilen hier gebaut und vor Ort zusammengesetzt. Das ist Präzisionsarbeit, denn schon kleine Ungenauigkeiten wären bei solchen Projekten fatal. Die sprichwörtliche Bühnenmagie passiert in der hauseigenen Tischlerei. Der rund zehn Meter hohe Raum ist mit etlichen Zügen und Kabeln durchwebt, Türme aus Metall tun sich überall auf. Das Geschehen ist wuselig: Allerorts wird gemessen, gehämmert und vor allem getüftelt. Kurz vor der Sommerpause gibt man bei ART for ART noch einmal Vollgas. Die Kollegenschaft lacht, schimpft und werkt in gemütlicher Eintracht - so als wäre es das Normalste überhaupt, die Bretter, die die Welt bedeuten, zum Leben zu erwecken.

Dieser rund zwei Meter hohe und fünf Meter lange Panzer kommt bei einer internationalen Opernproduktion zum Einsatz. Zu ART for ART kam er für einige kleinere Reparaturen.

Wo soll der Panzer parken?

Die große Halle ist ein totaler Hingucker. Da wäre die riesige Schachtel aus goldenem Blech, die aussieht, als stammte sie von Gustav Klimt persönlich. Bemalt wurde sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, für die das Anstreichen von Requisiten das tägliche Brot ist. Jetzt steht sie noch hier, bald schon auf der Bühne der Staatsoper. Bei einer Aufführung von "Aida" Ende September wird ART for ART mit einigen Stücken vertreten sein, darunter auch einem Thron.

Bei anderen Gestellen lässt sich noch schwer vermuten, was daraus werden wird. Manches erinnert an einen Turm, anderes an Palisaden. Dominiert wird der Raum aber von einem Panzer. Der ist natürlich nicht echt. Das Stück stammt aus einer Opernproduktion, die durch Europa tourt. In Wien gab es einen Reparaturbedarf, weshalb man ART for ART kontaktierte. Für solche Anfragen ist man in Wien ganz klar Ansprechpartner Nummer eins. Sämtliche Stücke, die hier entstehen, werden nach der Vorstellung übrigens in Haringsee gelagert. Hier, etwa 20 Autominuten von Groß-Enzersdorf Richtung slowakischer Grenze, befindet sich das große Lager.

Sämtliche Werkräume werden von einem Flur verbunden, der sich durch das Gebäude spannt und in der Waffenwerkstatt mündet. Ein Mitarbeiter geht hier Richtung Malerei.

Gastfreundliche Näherei

Nicht nur die Hallen wissen zu gefallen. Der Flur mit seinem tiefroten Farbton könnte selbst hervorragend als Theaterkulisse herhalten. Einen infernalischen Gang durch den Vorhof der Hölle könnte man sich so vorstellen. Ganz und gar nicht infernalisch, sondern ausgesprochen herzlich, geht es in der hauseigenen Näherei zu. Hier wird an sämtlichen Textilien, die man für den Bühnenbau braucht, gewerkt. Von dicken Vorhängen bis zu delikaten Wandteppichen reicht die Bandbreite. Kostüme sucht man hier vergeblich. Der Fundus befindet sich in Penzing und kann mit 250.000 Kostümen ohne zu übertreiben als gigantisch bezeichnet werden. Textilien sind aber nicht nur an den Körpern der Darstellerinnen und Darsteller wichtig. Kein Setting kommt ohne aus, weshalb auch bei den Schneiderinnen und Schneidern Hochbetrieb herrscht. Ein Sammelsurium an Stoffen findet man hier vor, und das Surren der Nähmaschinen erfüllt die Luft. Nicht minder geschäftig und gerne auch mal laut geht es in der Schlosserei und der Bildhauerei zu. All diese Bereiche braucht es, um eine Idee auf die Bühne zu bringen.

Farbtöne abzumischen ist eine zentrale Aufgabe der Maler. Mit diesen Farben, darunter Orange und Braun, gestalten zwei Malerinnen eine Dekoration für die Oper "Falstaff".

Ein Meer aus Farbe

Ruhiger ist die Arbeit der Maler. Die legen Wert auf Konzentration. Falls Sie schon einmal ein Theater in Wien besucht haben und Ihnen das Bühnenbild aufgefallen ist, besteht eine gute Chance, dass es hier gemalt wurde. Quer über den ersten Raum hängt eine enorme Leinwand, auf der sich in dunklen und düsteren Farben abstrakte Formen auftun. Für welches Stück sie ist, verrät man nicht, aber Komödie ist es wohl keine. Weiter unten findet man eine Installation aus mehreren Rahmen, die eine metallische Wand darstellen. Nebst einer griechisch anmutenden Landschaft erblicken wir ein paar Damen, die auf einer am Boden liegenden Leinwand mittelalterliche Türen malen. Diese sind für eine neue Aufführung von Verdis Fallstaff, die am 4. Dezember in der Wiener Staatsoper Premiere feiert.

Die beiden Hallen sind mit Farbtupfern übersäht, jeder Winkel des Raumes ist Zeuge der kreativen Tätigkeit. Die bunte Halle reißt einen förmlich mit und man möchte am liebsten selbst zum Pinsel greifen. Die riesige Fensterfassade, durch die man einen Blick auf den wunderschönen Garten im Arsenal hat, passt perfekt zur Kulisse.

Sebastian Weissenbacher, stellvertretender Werkstattleiter bei ART for ART, arbeitet an dem Hintergrundbild für das Musical "Schikaneder", das im Herbst im Raimund Theater Weltpremiere feiert.

Ein Alpenhimmel auf dem Hallenboden

Noch etwas tiefer im Bauch der ART for ART entsteht eine Kulisse für das kommende Musical Vienna-Stück "Schikaneder". Hier entsteht eine Alpenlandschaft. Die raumgroße Leinwand liegt auf dem Boden, darüber ein Modell, das der Designer angefertigt hat. Mit Schnüren, die quer über den Boden gespannt sind, schafft man Maßstäbe und Orientierungshilfen. Der Maler erweckt gerade die Wolken zum Leben, mischt blau und weiß, bis ihm der Ton passt. So entsteht, Strich für Strich, der Himmel, der schon bald über der Bühne im Raimund Theater schweben wird. Wenn das Stück am 30. September 2016 Weltpremiere feiert, ist die Installation schon längst einsatzbereit.

Diese Schaumstofffigur ist das Überbleibsel eines künstlerischen Wettbewerbs, der vor einiger Zeit hier stattfand. Die Fässer und Schläuche dahinter sind keine Kunstinstallation, sondern Utensilien für die Malwerkstätte.

Schlaraffenland der kuriosen Details

Zwischen alledem gibt es endlos viele Kleinode, jedes eine Entdeckung für sich. Manche sind Überbleibsel alter Produktionen, andere wiederum stammen aus Kunstveranstaltungen, für die man die Halle regelmäßig vermietet. Ein Baum in seinen Einzelteilen, der silbrig-metallisch bemalt ist, liegt nahe einem Pappmaschee-Gerippe. Menschliche Köpfe, auch mit Metallnote, starren quer durch die Halle, zumindest jene, deren Augen offen sind. Für ein Stück im Volkstheater werden hier 66 Kreuze gebaut, jedes ein kleines Kunstwerk. Ein Modellschiff segelt durch das Meer an Farbklecksen, zielsicher Richtung nirgendwo. Über nahezu allem thront ein Wort, dass hier allgegenwärtig ist: Rauchverbot. Da und dort wurde es allerdings kreativ zu "Auchverbot" oder "Brauchverbot" umgemodelt. In einem Hinterzimmer stoßen wir dann auf die Waffenkammer. Hier liegen dutzende Schwerter, Äxte, Lanzen und Piken die auf sämtlichen Wiener Bühnen zum Einsatz kommen. Zurück in der Halle finden wir eine bizarre Schaumstofffigur mit Gasmaske und Polizeimütze.

Irgendwie ist es am Ende schön zu wissen, dass hier kein "biederes" Handwerk betrieben wird. Die Arbeit hinter den Kulissen der Bühnenwelt ist mindestens genauso künstlerisch, spannend und ein bisserl verrückt wie jede Aufführung. Aber wenn sich der Vorhang für das Publikum hebt, hat die ART for ART ihre Arbeit schon längst getan.